Corona-Zwangstests in Schulen – wir testen uns ins gesellschaftliche Koma

Frau Prien, stoppen Sie die Zwangstest an unseren Schulen und besinnen Sie sich auf das Wohl unserer Kinder
6. Apr. 2021

Unser Generalsekretär Christopher Hähne meint: „Eigentlich hatte ich gehofft, Ostern in Frieden mit meiner Familie verbringen zu können. Karin Priens vorösterliche Ankündigung (1), Corona-Zwangstests an Schulen einzuführen, hat dem schon wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht und ich muss wieder an die virtuelle Schreibfeder. Mir kommt langsam der Verdacht, dass wir die Corona-Krise am schnellsten hinter uns bringen könnten, wenn uns die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten einfach sechs Monate in Ruhe ließen und die Zivilgesellschaft das selber regeln würde. Aller Wahrscheinlichkeit stünden wir deutlich besser da.

Aber nun, was ist also falsch an den Corona-Zwangstests an Schulen? Die kurze Antwort wäre: Beinahe alles. Das ist natürlich nicht ausreichend, also möchte ich ohne Anspruch auf Vollständigkeit einige Einwendungen aufführen:

Zunächst einmal ein technischer Einwand: Die verwendeten Antigentests weisen reale Fehlerquoten (falsche positive Tests), d.h. man würde genau diese fälschlicherweise als infiziert getesteten Kinder aus dem Schulunterricht entfernen und stigmatisieren. Welcher ernstzunehmende Pädagoge wäre jemals auf eine solche Idee gekommen? Gerade jetzt, wo aufgrund des Corona-Home-Schoolings immer mehr Kinder an psychischen und gesundheitlichen Störungen leiden?

Gegen massive Zwangstests an Schulen spricht auch die nahezu nicht vorhandene Gefährdung von Kindern durch das Corona-Virus sowie die durch eine große Anzahl von Studien bestätigte Annahme, dass Schulen keine Infektionstreiber sind (z.B. 3.).

Zuletzt möchte ich hier noch sehr grundsätzlich einwenden: Die Kennzahl der Inzidenz, die seit Beginn der Krise die Medien beherrscht und die als wesentlich zur Bewertung der Lage herangezogen wird, gibt aufgrund des verwendeten PCR-Tests nur ein äußerst unzureichendes Bild der Situation, sie ist nur eine Laborziffer. Besser geeignet für eine solche Bewertung wären z.B. die Belegungszahlen der Intensivstationen und die Meldungen aus dem bewährten Sentinel-Frühwarnsystem, in Verbindung mit einer Evaluation der durch die Corona-Maßnahmen verursachten Schäden.

Die massive Ausweitung der Tests wird fast zwangsläufig zu einer deutlichen Erhöhung der sogenannten Inzidenzen führen, einfach deshalb, weil schon immer wesentlich mehr Menschen mit dem Virus infiziert waren als wir in unseren Tests erfasst haben. Die Dunkelziffer der tatsächlich Infizierten liegt um ein Vielfaches höher (4. und 5.). Und so werden wir uns mit der massiven Ausweitung der Tests ganz automatisch in das gesellschaftliche Koma katapultieren: In eine Gesellschaft, die aufgrund des sklavischen Blicks auf die Kennzahl der positiv Corona-Getesteten immer mehr Nebenwirkungen und Schäden in Kauf nimmt, die weit über jedes vom Corona-Virus verursachte Maß hinausgehen.

Das Gesetz zur „Fortgeltung der die epidemische Lage von nationaler Tragweite“ (6.) ist ein monströser Popanz, der uns nicht aus dieser Krise hinausführt, sondern diese noch weiter verschärft.

Frau Prien, stoppen Sie die Zwangstest an unseren Schulen und besinnen Sie sich auf das Wohl unserer Kinder.“

Quellen:

(1)  https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/politik/Ohne-negatives-Ergebnis-duerfen-Kinder-nach-Ostern-nicht-mehr-in-den-Unterricht-id31789562.html

(2(2)  https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Corona-Schnelltests-die-Praevalenz-machts-414743.html

(3(3)  https://www.aponet.de/artikel/wie-hoch-ist-das-covid-19-risiko-an-schulen-wirklich-23576

(4(4)  https://www.swr.de/swr2/wissen/so-hoch-ist-die-dunkelziffer-bei-covid-19-infektionen-100.html

(5(5)  https://www.praxisvita.de/corona-dunkelziffer-experten-gehen-von-viermal-so-viel-faellen-aus-19400.html#corona-dunkelziffer_k_ouml_nnte_vier-_bis_sechsmal_h_ouml_her_sein

(6(6)  https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/265/1926545.pdf